Wir drucken nie wieder etwas aus

Da! Ein Geräusch aus dem Kopierraum! Hat sich doch wieder jemand ins Halbdunkel geschlichen und etwas ausgedruckt. So wird das nie was mit unserer Idee vom papierlosen Büro.  Und vor allem nicht mit unserer agenturinternen Challenge, die wir eben erst begonnen haben, um noch etwas digitaler zu werden.

Wie es zu der Challenge kam? Hier ein kurzer Rückblick: Mit dem Thema Digitalisierung befassen wir uns schon etwas länger – in Workshops, Fortbildungen und Konzepten. Und mit einer komplett neuen Content-Strategie, mit der wir unsere Leistungen ins 21. Jahrhundert katapultieren. Bei genauerem Hinsehen haben wir festgestellt, dass unser Papierverbrauch und analoger Arbeitsstil allen digitalen Segnungen trotzen. Nach kurzer Diskussion gab es im Teammeeting einen einstimmigen Beschluss:  Wir wollen die papierlose Agentur. Wir setzen alles daran, nichts mehr auszudrucken und nur noch digital zu arbeiten.

Gute Gründe gibt es schließlich genug – Umweltschutz, Schonung der Ressourcen, Kostenreduzierung, Vorbildfunktion für Kunden und bestimmt noch einige mehr. Doch schon in der Entscheidungsfindung kam der erste Einwand. Einfache Frage vom Kollegen Markus: Wie soll das denn gehen? Wie soll ich Texte redigieren ohne Papierausdrucke? Teilweise zustimmendes Gemurmel in der Runde und weitere Bedenken und Ausnahmen: Was ist denn mit Rechnungen? Mit wichtigen Dokumenten oder Layouts? Mit den Projektplänen? Okay, jeder hat (gute) Gründe, warum er weiter bedrucktes Papier benötigt. Aber die Idee ist, genau dort hinzugehen, wo es weh tut und alte Gewohnheiten infrage zu stellen. Deshalb gilt seitdem:  digital first bzw. only.

Um zu messen, wie ernst die oder der Einzelne diese Absprache nimmt, wurde ein Wettbewerb ins Leben gerufen, die K1-Challenge: Alle K1ler reduzieren konsequent Ausdrucke und Papierverbrauch und sammeln, was dennoch angefallen ist. Als Stichtag wurde passenderweise die 14tägliche Abholung der blauen Papiertonne festgelegt. Dann wird gemessen, wie viel Papier jeder Einzelne in den zurückliegenden vierzehn Tagen verbraucht hat. In den nächsten Wochen werden wir darüber berichten, wer absolut am meisten eingespart hat, wer die beste Entwicklung hingelegt hat, wie sich unser Papierverbrauch insgesamt entwickelt und wie wir diese einschneidende Veränderung verkraften.

Außerdem werden wir zeigen, wie unsere Verfechter des Analogen um jedes einzelne Blatt Papier ringen und urplötzlich alte Schmierzettel hervorkramen, auf denen sie Notizen anfertigen. (Hatte ich erwähnt? Auch Notizzettel sind verboten und werden dem Stapel zugerechnet.) Bei dieser Gelegenheit fällt mir auf, dass wir das Thema Mitschreibkladden noch nicht erfasst und geregelt haben.

Es gibt also noch viel zu tun – los geht’s.

Christian Bügel

PS: Kennt jemand Stan Chudnovsky? Der Mann ist bei Facebook für die Entwicklung des Messenger Dienstes zuständig. Er hat gesagt: „Als die E-Mail eingeführt wurde, dachten auch alle, wir drucken nie wieder etwas aus. Dieses Szenario ist bekanntlich nicht eingetreten“. Das werden wir ja noch sehen.